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Wächterpreis für Göttinger Tageblatt

Das Göttinger Tageblatt erhält einen der renommiertesten deutschen Journalistenpreise – den Wächterpreis der deutschen Tagespresse. Gemeinsam mit der Süddeutschen Zeitung und der taz erhält die Regionalzeitung aus der Mediengruppe Madsack die Auszeichnung für Aufdeckung und Berichterstattung über den Organspendeskandal.

Berichterstattung des Göttinger Tageblatts

Berichterstattung des Göttinger Tageblatts

Am 12. Juni vergangenen Jahres berichtete das Tageblatt erstmals von dem Verdacht, dass ein Mediziner des Göttinger Universitätsklinikums bei der Transplantation von Lebern Patienten bevorzugt haben soll, die nicht ganz oben auf der Warteliste standen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig bestätigte die Recherche von Tageblatt-Redakteur Jürgen Gückel. In den folgenden Tagen förderte Gückel mehr und mehr Details über den Organskandal ans Tageslicht und damit in das Tageblatt.

Zu einem bundesweiten Nachrichtenthema wurde der Göttinger Skandal aber erst einige Wochen später, als auch die Süddeutsche Zeitung über Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Organen im Klinikum Regensburg – wo der Göttinger Chirurg ebenfalls tätig war – berichtete. Bereits im Vorfeld hatte die Tageszeitung „taz“ einen Artikel über das Verfahren der Organvergabe in Deutschland veröffentlicht: In einem anonymen Schreiben an Mitglieder des Deutschen Bundestags machten Mitarbeiter der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) damals auf Missstände und Selbstbedienung in der DSO-Führung aufmerksam. Die Recherchen der Taz konnten die Hinweise bestätigen und aufdecken.

Auf den Berichterstattungen der drei jetzt ausgezeichneten Zeitungen fußend folgte ein sich bundesweit immer weiter ausdehnender Skandal um die Manipulation von Daten und Listen und die illegale Vergabe von Organen an Transplantationspatienten. Das Ende dieses Skandals ist nicht abzusehen.

Seit 1969 wird der Journalistenpreis „Wächterpreis der Tagespresse“ jährlich von der „Stiftung ‚Freiheit der Presse‘“ vergeben. Die Jury der Stiftung zeichnet mit dem Wächterpreis Journalisten aus, die als „Wächter“ mit ihren Recherchen und Veröffentlichungen Missstände aufgedeckt, Diskussionen angestoßen und letztlich Veränderungen bewirkt haben. Die Preisverleihung findet am Tag der Pressefreiheit, am Freitag, den 3. Mai 2013, im Frankfurter Römer statt.