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Lübecker Nachrichten und Kieler Nachrichten erhalten Schleswig-Holsteinischen Journalistenpreis

Unter dem Motto „Integration in Schleswig-Holstein“ wurde am Freitag erstmals der Schleswig-Holsteinische Journalistenpreis verliehen. Zu den Preisträger gehören auch die MADSACK-Titel im Norden.

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Der zweite Preis ging an Wolfram Hammer, Landeshauskorrespondent der Lübecker Nachrichten (LN), für die Reportage „Wie haben die Flüchtlinge Boostedt verändert“. Kathrin Mansfeld und Niklas Wieczorek von den Kieler Nachrichten (KN) gewannen den Nachwuchspreis.  Ihre Multimedia-Reportage „Auf dem langen Weg der Integration“ erzählt von den Hoffnungen und Problemen eines Asylbewerbers aus dem Jemen.

Zweiter Preis für Lübecker Nachrichten

Der Weg zweier Flüchtlinge von der Erstaufnahme auf dem ehemaligen Kasernengelände in Boostedt bis zum Edeka-Markt in der Stadtmitte ist gepflastert mit Geschichten, Ansichten und Eindrücken. Diese hat der LN-Landeshauskorrespondent Wolfram Hammer in der Geschichte „Wie haben Flüchtlinge Boostedt verändert?“ zusammengetragen, die im Juni vergangenen Jahres in den Lübecker Nachrichten erschienen ist.

Die Entstehung ist dem Autor noch gut in Erinnerung. „Das war eine Zeit, in der die Debatte um die Erstaufnahme im Lübecker Bornkamp losging, in Boostedt dagegen waren die Anwohner schon mittendrin“, sagt Wolfram Hammer über das Dorf nahe Neumünster, in dem es seit April vergangenen Jahres eine Erstaufnahme für bis zu 2500 Flüchtlinge gibt. „Wir hatten schon viel über die einzelnen Akteure in Boostedt berichtet. Die Reportage war nun der Versuch, all die Facetten zusammenzubringen; die Sorgen der Anwohner, die ‚Refugees Welcome‘-Bewegung und die Politik“, sagt Hammer.

Nachwuchspreis für Kieler Nachrichten

Ein Beispiel für gelungenen Online-Journalismus lieferten Kathrin Mansfeld (30) und Niklas Wieczorek (27) mit ihrem Beitrag „Auf dem langen Weg der Integration“, für den die KN-Redakteure den Nachwuchspreis erhielten. Noch als Volontäre hatten sie die Multimedia-Reportage erarbeitet, in der sie den Weg eines Asylbewerbers aus dem Jemen beschrieben, der sich als Elektronik-Azubi auf ein Leben in Deutschland freut, aber Angst vor der Ablehnung seines Asylantrages hat. Sie besuchten Aeman Alatab bei der Arbeit in Westerrönfeld bei Rendsburg, nahmen sich viel Zeit für die Recherche und bereiteten das Thema multimedial auf.

„Arbeit gilt als Integrationsfaktor Nummer Eins. Wir haben uns gefragt, wo es hapert“, sagte Niklas Wieczorek. „Wir wollten dem Vorurteil, dass Flüchtlinge Deutschen die Arbeit wegnehmen, Information entgegensetzen“, ergänzte Kathrin Mansfeld.

36 Beiträge wurden eingereicht

Mit dem Schleswig-Holsteinischen Journalistenpreis, den der Kieler Presse-Klub und der Landesverband des Deutschen Journalistenverbandes im vergangenen Jahr erstmals ausgeschrieben haben, sollen Beiträge ausgezeichnet werden, die hinsichtlich der Recherche, der Darstellung des Themas, des Aufbaus und der Wortwahl als beispielhaft für herausragende journalistische Arbeit gelten können. Es gibt wechselnde Themenvorgaben; zum Auftakt ging es um „Integration in Schleswig-Holstein“.