Volontäre erkunden Hannovers Unterwelt

5. August 2019

Geheime Gänge, verborgene Grüfte, vergessene Gewölbe – die Volos der Neuen Presse gewähren ungewöhnliche Einblicke an nicht alltägliche Orte. Daraus entstand eine sehenswerte Multimedia-Serie über Hannovers Unterwelt. Ein Erfahrungsbericht.

In sieben multimedialen Reportagen dokumentieren die Volontäre der Neuen Pesse ungewöhnliche Orte in Hannover. Sie machten sich auf in die Unterwelt der Stadt. Wie sind sie dabei vorgegangen? Warum ließ sich nicht jeder Recherchewunsch erfüllen?

Hier erzählen Janik Marx, Josina Kelz, Cecelia Spohn und Sascha Priesemann die Geschichte hinter der Recherche.

Alle Teile der Serie finden Sie auf neuepresse.de.

Volontärsprojekt: Hinab zum Atomschutt

Wir wollten besondere Orte in Hannover finden: Sie sollten möglichst unterirdisch liegen, etwas Geheimnisvolles in sich bergen und sich gut multimedial darstellen lassen. Dafür haben wir mit Historikern gesprochen und in der Bibliothek sowie Online recherchiert. Anschließend hatten wir acht mögliche Orte zusammen.

Im Bödecker-Saal unter der Marktkirche mit Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann – diese Geschichte schaffte es letztlich nicht in die Serie.

Wir sprachen die Eigentümer an. Doch manchmal gelang es uns leider nicht, diese zu überzeugen. Wie im Fall des Lindener Eiskellers. Alte Stollen, die einst zur Lindener Brauerei gehörten, in denen Eis gelagert wurde und die später als Bunker dienten. Doch die heutige Eigentümerin wollte keinen Zugang gewähren.

Manchmal waren wir auch einfach ein paar Jahre zu spät, die unterirdischen Orte beispielsweise inzwischen geflutet, zugebaut oder eingerissen. Wir haben gelernt: Ideen gibt es viele, nur einige lassen sich davon verwirklichen. Und: Kleinere Rückschläge gehören zu so einem Projekt dazu.

Hannovers Unterwelt: vielfältig und spannend

Auf unserer finalen Liste standen unter anderem ein Atomschutzbunker, eine Geisterstation der U-Bahn, die Kanalisation, eine Gruft und der Tunnel unter dem niedersächsischen Landtag. Jeweils zwei Volontäre waren im Einsatz: Einer war Autor, der andere sollte sich um die Videos kümmern. Zudem war noch ein Fotograf dabei. So konnte sich jeder auf seine Aufgabe konzentrieren und bestmöglich ausführen. Schließlich entstand für jeden der Orte eine multimediale Reportage.

Ein Blick in die Kreuzkirche Hannovers.

Teilweise ging es bei unserer Arbeit ziemlich gruselig zu. Menschliche Gebeine sieht man im Alltag ja eher selten. In der Gruft der Kreuzkirche in Hannover schauten uns aber gleich die Augenhöhlen von einigen hundert skelettierten Köpfen an. Dort fühlten wir uns wie einem Horrorfilm. Nicht auszudenken, wäre in der Gruft noch das Licht ausgegangen…

Hinab in die Kanalisation

Hannovers Unterwelt: Volontäre erkunden die Kanalisation.

In der Kanalisation war das Arbeiten weniger gruselig, aber technisch umso schwieriger. Denn unser komplettes Kameraequipment wurde in einem Eimer hinabgelassen, da wir beide Hände für Auf- und Abstieg brauchten.

Zum Glück waren wir mit nicht allzu großen Volontären vor Ort. Denn die schmalen Gänge waren eher für Menschen unter 1,80 Meter Körpergröße geeignet. Die Kanäle waren so glitschig, dass wir Angst hatten, auszurutschen und mitsamt der Kamera in die braune Brühe einzutauchen. Doch das passierte zum Glück nicht.

So nah und doch so geheimnisvoll

Uns fiel auf, dass manche der geheimnisvollsten Orte von Hannovers Unterwelt manchmal mitten in der Stadt liegen. Tausende Menschen gehen täglich an einer Tür im Herzen der Altstadt Hannovers vorbei, dem Hanebuth-Gang. Der liegt am Hohen Ufer an der Leine. Hier soll im 17. Jahrhundert der seinerzeit gesuchteste Verbrecher der Stadt seine Beute versteckt haben.

Als wir alle Termine im Kasten hatten, kam die kritische Nachbetrachtung unserer Recherchen. Und uns wurde klar: Zwei der Themen genügen nicht unseren Anforderungen. Die Orte waren schlicht nicht spannend genug – also nahmen wir sie aus unserer Serie. Und recherchierten erneut.

Die Burg Calenberg

Die Burg Calenberg wurde bereits im 17. Jahrhundert aufgegeben. Dies ist der Zugang zum noch erhaltenen Kellergewölbe.

Neu hinzu kam dann die Burg Calenberg bei Pattensen in der Region Hannover. Nur die Recherche war anfangs schwierig, schließlich handelt es sich um eine alte, seit Jahrzehnten verlassene und verwilderte Ruine im Besitz der Welfen.

Doch es klappte. Ein Gebäudetechniker zeigte uns das Gelände. Wir waren begeistert, denn die Reste der mittelalterlichen Gebäude umgibt eine mystische Atmosphäre, dazu ist Anlage mittlerweile mit Bäumen und Sträuchern überwachsen und nahezu vergessen.

Ein ganz besonderer Teil unserer Multimedia-Reihe. Wir fühlten uns wie Entdecker, denn kaum jemand hat die Möglichkeit, an diesem Ort zu recherchieren und Einblicke zu bekommen.

Alle Episoden der Serien finden Sie auf neuepresse.de.

Mehr zur journalistischen Arbeit bei der MADSACK Mediengruppe erfährst Du auf www.madsack.blog. Infos zu unserem Volontariat gibt’s auf www.madsack-medien-campus.de.

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