Ein ganz besonderes RND-Interview mit Kanzlerin Merkel

2. Oktober 2020

Das gab es noch nie: Gleich sieben Chefredakteurinnen und Chefredakteure trafen in dieser Woche Angela Merkel zu einem ganz besonderen Interview in Berlin. Das war auch für die Bundeskanzlerin ein echtes Novum – so etwas hatte in ihrer bisher 15-jährigen Amtszeit noch nicht stattgefunden. Und der Zeitpunkt hätte nicht besser sein können: Fünf Chefredakteure ostdeutscher Zeitungstitel und das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) sprachen mit ihr über 30 Jahre deutsche Einheit.

Bisher hat Angela Merkel ihre ostdeutsche Herkunft nur selten betont. Doch die Anfrage, ob sie nicht etwas mehr über ihre ostdeutsche Vergangenheit erzählen wolle, stieß auf positive Resonanz. Der Vorschlag für das Interview mit mehreren ostdeutschen Chefredakteuren kam ursprünglich aus Halle vom Chefredakteur der Mitteldeutschen Zeitung Hartmut Augustin und fand nicht nur im RND sofort Anklang. Auch die Kanzlerin stimmte der Idee eines besonderen Interviews zu. Das RND hatte Glück. Timing und Thema passten. Von einer Idee eines Chefredakteurs eingespeist in das journalistische Netzwerk profierten am Ende alle Partner-Tageszeitungen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gespräch mit RND-Chefredakteur Marco Fenske.

So machten sich sieben Chefredakteurinnen und Chefredakteure auf in die Hauptstadt, um mit der Kanzlerin über den Stand der Republik 30 Jahre nach der deutschen Einheit zu sprechen. Und es sollte ein besonderes Gespräch werden. Hartmut Augustin (MZ), Andreas Ebel (Ostsee-Zeitung), Dirk Birgel (Dresdner Neueste Nachrichten), Jan Emendörfer (Leipziger Volkszeitung), Henry Lohmar (Märkische Allgemeine), Hannah Suppa und Marco Fenske vom RND trafen Angela Merkel mit Regierungssprecher Steffen Seibert im Kanzleramt – natürlich unter Einhaltung der Hygieneregeln. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen: Ein einzigartiges Interview, welches nicht nur auf RND.de publiziert, sondern auch in den über 60 Partnertiteln des RND gedruckt wurde.

Sieben Interviewpartner für die Kanzlerin – wie funktioniert das?

Im Recherchepodcast „Unsere Story“ berichtet RND-Chefredakteur Marco Fenske im Gespräch mit Dirk Schmaler über den einzigartigen Interviewtermin im Kanzleramt. Er erklärt, wie Angela Merkel auf die ungewöhnliche Situation reagiert hat – und wie man sich vorher auf eine Fragestrategie einigte.

Angela Merkel: In der DDR geboren und regional verwurzelt

Merkel, die in der DDR aufwuchs, berichtet dabei auch viel Persönliches aus ihrer Jugend. „Inzwischen ist sie da etwas lockerer und erzählt mehr als in früheren Zeiten“, sagt Hannah Suppa, Chefredakteurin Digitale Transformation im Regionalen der MADSACK Mediengruppe und zuvor Chefredakteurin der Märkischen Allgemeinen Zeitung in Potsdam. Die Kanzlerin habe an die Unfreiheit in der DDR denken müssen, als sie im März dieses Jahres schweren Herzens Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise verfügen musste. „Meine Herkunft hat mich geprägt“, erklärt Merkel in dem großen Interview. „Meine Kindheit und Jugend waren mir in diesem Moment sehr präsent.“ Ein Satz, der zeigt: Sie ist eine regional verwurzelte Kanzlerin. Ihr Wahlkreis Stralsund gehört zum Verbreitungsgebiet der Ostsee-Zeitung. OZ-Chefredakteur Andreas Ebel freute sich über ein Wiedersehen. Seine Zeitung, insbesondere der Lokalteil Stralsund, ist für Merkel – Corona-Krise hin, EU-Gipfel her – immer Pflichtlektüre geblieben.

In der Stralsunder Altstadt ist auch das Bürgerbüro der einfachen Abgeordneten Dr. Angela Merkel. Von Bundeskanzlerin steht nichts auf dem Messingschild. Die Leute in der Region waren ihr schon vor dem Aufstieg mit Achtung begegnet. Sie sollen es auch nach dem Ausstieg tun. Die Verwurzelung im Regionalen ist etwas, das die Kanzlerin schätzt. Vielleicht gab Sie deshalb das einzige Interview zum 30. Jahrestag der deutschen Einheit dem RND, einem Netzwerk regionaler Tageszeitungen.

Darüber spricht die Kanzlerin – das komplette Interview auf RND.de

30 Jahre Wiedervereinigung: Was hat Deutschland seither geschafft? Vor welchen Herausforderungen steht unser Land noch? Und was kann der Westen vom Osten lernen? Diese Fragen beantwortet Angela Merkel im großen RND-Interview. Außerdem redet die Bundeskanzlerin über die Corona-Proteste und was es in ihr auslöst, wenn sie vor allem in den neuen Bundesländern scharf attackiert wird. Hier können Sie das komplette Interview lesen.

Mehr Hintergründe zur journalistischen Arbeit der regionalen Zeitungsmarken der MADSACK Mediengruppe gibt’s in Kategorie „Journalismus“. 

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