Probefahrt in Leipzig: CleverShuttle im Test

7. Dezember 2018

Immer mehr Kunden nutzen den Service des Ridesharing-Anbieters CleverShuttle in Leipzig. Doch wie läuft so eine Tour mit den grün-weißen Flitzern ab? Andreas Dunte von der Leipziger Volkszeitung ist mitgefahren und macht den CleverShuttle Test.

Irgendwann ist immer das erste Mal. Meines beginnt am Leipziger Völkerschlachtdenkmal. Es ist kurz nach 11 Uhr, und in spätestens anderthalb Stunden muss ich mein Auto aus der Werkstatt holen. Das ist am anderen Ende der Stadt. Straßenbahn und Bus wären eine Alternative. Aber einmal umsteigen und dann noch einige Hundert Meter zu Fuß – das wird knapp.

Dann also CleverShuttle. Seit August parkt das Start-up seine leise schnurrenden Elektroautos, kurz E-Mobile, direkt unter dem Dach des Hauptbahnhofs zum Aufladen. Der Leipziger Ableger der Firma, an dem die MADSACK Mediengruppe 2017 die Mehrheit erworben hat, ist mit 45 Autos und 80 Fahrern der größte Standort bundesweit.

CleverShuttle Probefahrt mit dem Fünf-Sterne-Fahrer

CleverShuttle ProbefahrtCleverShuttle Test: Wer mitwill, lädt sich die App aufs Handy und bucht seine Tour. Gesagt, getan. Nach der Eingabe des Fahrziels wird alles angezeigt, was ich wissen muss. Laut App soll die Fahrt zur Werkstatt nach Burghausen im Westen Leipzigs 16,77 Euro kosten.

Fahrzeit ist eine halbe Stunde. Außerdem verrät mir die App, dass Alan mein Fahrer ist, und zeigt zudem ein Foto von ihm. In vier Minuten könnte er bei mir sein. Mitreisende haben Alan mit fünf Sternen bewertet. Bestnote. Was will ich mehr?

Ich buche. Die App verrät mir gleich noch etwas über meinen Fünf-Sterne-Fahrer: Der treibt gern Sport. Pünktlich rollt Alan am Völkerschlachtdenkmal vor. Nachdem ich ins Shuttle gestiegen bin, frage ich, welchen Sport er treibt. „Fitnessstudio“, sagt er. „Die Oberarme sprechen dafür“, erwidere ich. Er lacht.

Mit Alan sicher ans Ziel

Alan fährt seit einigen Monaten für CleverShuttle. Er steuert das Auto zügig, aber ohne Hektik durch den dichten Verkehr. Sein Freund, der schon länger bei CleverShuttle fest angestellt ist, hat ihn überzeugt, sich zu bewerben.

Das sei unkompliziert gewesen. Vorausgesetzt, man verfügt über einen Führerschein der Klasse B, einen gültigen Personenbeförderungsschein, gute Deutschkenntnisse und nicht mehr als drei Punkte in Flensburg.

Wir fahren am Hauptbahnhof entlang und weiter in Richtung Red Bull Arena. Würden die Fußballprofis heute spielen, wäre das Auto längst voll, meint Alan. Wer mit CleverShuttle unterwegs ist, bekommt rasch Gesellschaft von weiteren Mitfahrern. Das gehört zum Geschäftsmodell Ridesharing, dem Teilen einer Fahrt.

Dabei muss der Kunde einen Umweg in Kauf nehmen, falls jemand entlang seiner Strecke ebenfalls eine Fahrt bucht. Ein Algorithmus nutzt dabei künstliche Intelligenz und bringt Fahrgäste zusammen, die in etwa die gleiche Route haben.

CleverShuttle Test: Bericht vom Magazin Galileo

Ridesharing: „Mitreisende kommen schnell ins Gespräch“

Dauert eine Fahrt auf direktem Weg zehn Minuten, sind es durch das Abholen eines weiteren Mitfahrers nicht mehr als 15 Minuten, verspricht das Unternehmen. Etwa bei jeder zweiten Fahrt steigt ein weiterer Passagier zu, berichtet Alan.

Bei Sportveranstaltungen oder Konzerten, abends oder nachts sind es oft mehr Fahrgäste. Meist nutzen junge Leute den Dienst, die bequem zur Party oder nach Hause wollen. Sein Auto ist mitunter eine echte Kontaktbörse. „Mitreisende kommen schnell ins Gespräch“, sagt Alan.

Kurz vor der Brücke über den Saale-Elster-Kanal staut es sich. Eine von zahlreichen Baustellen in der Stadt. „Normal um diese Zeit“, beruhigt Alan. Sein Navi zeigt ihm, dass es auch auf alternativen Strecken nicht schneller vorangeht. Wir plaudern. Über Fußball, den heißen Sommer und über das Auto.

Urbane Mobilität – CleverShuttle, die Alternative zum Taxi

CleverShuttle TestDer CleverShuttle Test: Erstmals bemerke ich beim Anfahren leise Motorengeräusche. Ungewöhnlich für einen Stromer? Alan erklärt, dass der Hersteller ein System eingebaut hat, das beim Beschleunigen und Bremsen künstlich Geräusche erzeugt. „Echt nützlich, um Fußgänger zu warnen.“

Nach knapp 40 Minuten Fahrzeit sind wir am Ziel. Obwohl es wegen des Staus etwas länger gedauert hat, kostet die Fahrt 16,77 Euro, wie bei der Buchung angegeben. Eine Taxifahrt hätte rund 25 Euro gekostet.

Ich bezahle bar, man kann aber auch über die CleverShuttle-App mit Kreditkarte, Paypal oder Guthaben bezahlen. „Einen schönen Tag noch“, wünscht Alan. „Tschüss“, sage ich. „Man sieht sich.“ Bestimmt.

Fotos: Christian Modla

Das war der CleverShuttle Test. Mehr Infos zum Ridesharing-Dienst CleverShuttle auf www.clevershuttle.de.

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