Reisereporter: Mit digitalem Storytelling um die Welt

14. März 2018

Das Portal Reisereporter.de bietet praktische Reisetipps und Reiseempfehlungen – und inspiriert seine Leser mit multimedialen Erzählformaten. Um richtig Lust auf den Urlaub zu machen, setzt der Reisereporter auf digitales Storytelling. Redaktionsleiter Felix Horstmann erklärt, was gutes Multimedia-Storytelling im Reisejournalismus ausmacht.

Digitales Storytelling: Felix Horstmann im Interview

Wie wählst du die Themen für solche Reportagen aus?

Wir reagieren meist auf aktuelle Themen oder Trends und finden den richtigen Dreh, der sich auch multimedial – also mit Video, Ton und Bild – gut oder besser transportieren lässt. Ein Beispiel dafür ist Folgendes: Die Deutsche Bahn teilte mit, dass sie ihre Nachtzüge abschaffen will, während andere Bahngesellschaften ihr Nachtzuggeschäft parallel ausbauen, etwa die Russische Staatsbahn mit einer Verbindung von Berlin nach Moskau.

Dem wollten wir auf den Grund gehen und nebenbei die Nachricht erzählen. Herausgekommen ist für mich das beeindruckende Multimedia-Storytelling „Mit dem Nachtzug von Berlin nach Moskau“.

Welche Themen eignen sich dafür besonders gut?

Wenn die Geschichte stimmt und das richtige Material vorliegt – dann kann man es sicher als Storytelling umsetzen. Wir dürfen nicht vergessen: Ein Storytelling ist am Ende ja nichts anderes, als eine hübsch verpackte Geschichte.

Alle Geschichten, die wir als Storytelling auf dem Reisereporter haben, könnte man auch als klassischen Artikel mit Fotogalerie oder Video umsetzen. Aber wir wollen eben alle Möglichkeiten ausschöpfen.

Was zeichnet eine gute Multimedia-Reportage aus? Und warum setzt der Reisereporter auf so aufwendige Formate?

Eine gute Multimedia-Reportage bietet dem Leser ein Gesamtpaket: Die Geschichte in kleinen Texthäppchen, visuelle Eindrücke in Bild und Ton, komplexe Zusammenhänge in grafischer Darstellung und,und, und.

Wir setzen auf diese Form der journalistischen Erzählweise, weil das Reisen ja vor allem von Emotionen lebt und viele unserer Geschichten so noch besser erzählt werden können. Mit einem Storytelling schreiben wir nicht über Urlaub – wir nehmen unsere Leser quasi mit in den Urlaub.

In seinem Storytelling „2000 km durch Feuer und Eis“ berichtet der Reisereporter von der einzigartigen Landschaft Islands.

Lust auf mehr Inspiration für die nächste Reise? Mehr Urlaubsgeschichten gibt´s auf Reisereporter.de.

Wie aufwendig ist es, so eine Geschichte zu produzieren?

Das kommt jeweils auf die Geschichte und die einzelnen Multimedia-Bestandteile an. Nach dem Thema steht ganz am Anfang ein grobes Storyboard: Was wollen wir erzählen und wie erzählen wir es. Dann geht’s raus und ran an die Geschichte.

Wann ist solch eine Multimedia-Reportage für den Leser besonders spannend? Und wie unterscheidet sich die Lesernutzung solcher Formate von den anderen Formaten auf Reisereporter.de?

Das Problem ist, glaube ich, dass die Leser da draußen von der Masse an journalistischen Inhalten fast überschwemmt werden. Ein digitales Storytelling sticht, obwohl es davon auch immer mehr gibt, grundsätzlich ein wenig heraus. Und wenn die Geschichten dann gut und die Umsetzung besonders ist, hat man als Journalist alles richtig gemacht.

Dann nehmen sich die Leser Zeit für die Geschichte. Das jedenfalls ist unsere bisherige Erfahrung: Unsere Leser bleiben sehr viel länger in der Geschichte. Und auch das vermehrte direkte Feedback zeigt, dass sie sich wirklich mit dem Text beschäftigt haben.

Mehr multimediale Geschichten vom Reisereporter gibt es auf www.reisereporter.de/storytelling. Weitere Einblicke in die Medienwelt erhältst du auf dem MADSACK-Blog.

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