Warum sind Daten das neue Öl für die Medienbranche?

15. August 2019

Wie kann die Medienbranche Daten sinnvoll einsetzen? Gunnar Lotz, Head of Data bei der MADSACK Mediengruppe, erklärt wie datenbasierte Entscheidungen Redaktionen, Vertrieb und Vermarktung bei ihrer Arbeit helfen.

Interview mit Gunnar Lotz, Head of Data bei MADSACK

Warum sind Daten das neue Öl für die Medienbranche?

Gunnar Lotz: Daten sind das neue Rohöl, das zunächst raffiniert werden muss. Das reine Sammeln von Daten hilft uns nicht weiter. Wir müssen eine ganze Wertschöpfungskette aufbauen. Und die Daten nach der Sammlung in verschiedenen Schritten aufbereiten.

Hinterher stellen wir die Datensätze unseren Mitarbeitern zur Verfügung. Zum einen Datenspezialisten, zum anderen Journalisten sowie den Teams im Vertrieb und der Vermarktung. Denn erst durch die Arbeit mit den Daten ergibt sich am Ende die wirkliche Wertschöpfung. Deshalb steht bei allen Daten-Themen auch nie die Technologie im Vordergrund, sondern immer der Mensch, der mit den Daten arbeitet.

Warum werden Daten ein elementarer Bestandteil unserer journalistischen Produkte?

Die Daten ermöglichen uns, ständig zu überprüfen, ob wir in die richtige Richtung laufen. Warum wird ein Artikel besonders gut geklickt? Wieso ist die Lesedauer so lang? Das können wir messen, sehen, unsere Schlüsse daraus ziehen.

Daten erlauben uns, viel mehr über unsere Leserinnen und Leser und deren Verhalten zu erfahren. Sie unterstützen uns damit in der Expertise, wie wir unsere Produkte attraktiver gestalten können. Gleichzeitig haben wir die Möglichkeit über Personalisierung ein individuell auf den Kunden zugeschnittenes Leseerlebnis zu bieten.

Über welche Art von Daten sprechen wir eigentlich?

Für MADSACK sind unsere Kunden-, Vertriebs- und Vermarktungsdaten sehr wichtig, aber auch Nutzungsdaten aus der Webanalyse und aus Inhalten. Daten allein bringen uns aber erst einmal nicht weiter – wir brauchen die technischen Mittel, die methodischen Kenntnisse und den passenden Impuls aus unserem journalistischen Kerngeschäft, um sie optimal zu nutzen. Genau deswegen ist es wichtig, dass Journalisten, Datenspezialisten und IT-Experten enger zusammenrücken.

Wie kann das aussehen?

Schon jetzt helfen uns Daten zu erkennen, welche Artikel oder Themen gerade besonders von Interesse sind. Diese können dann auf unseren Nachrichtenportalen entsprechend positioniert werden. Ein Datenteam wird künftig mit seinem Know-how Redakteure direkt am Newsdesk unterstützen.

Gemeinsam werden wir bessere Dashboards und Tools entwickeln und der Redaktion gegenüber belastbare Aussagen treffen können, warum es von Vorteil ist, ein Thema inhaltlich schnell weiterzudrehen und zu unterfüttern.

Gunnar Lotz: „Ein Datenteam kann direkt die Redaktion unterstützen.“

Wo können im Arbeitsalltag die richtigen Daten gefunden werden?

Anhand von Daten- und Systemkatalogen kann man beispielsweise sehen, welche Daten ein Unternehmen hat, in welchem System diese liegen und an wen ich mich wenden kann, wenn ich Zugriff darauf brauche oder Rückfragen habe.

Wie können wir Daten für das Ausspielen digitaler Werbung bestmöglich nutzen?

Daten ermöglichen es uns, die Werbebotschaft zielgerichteter zum Empfänger zu bringen. In der analogen Welt bekommt meist jeder die gleiche Werbung zu sehen, auch wenn die sportbegeisterte 20-jährige Studentin ganz sicher eine andere Ansprache benötigt als der 50-jährige Familienvater mit einem Faible für Kommunalpolitik.

Eine Kampagne wird erfolgreicher sein, wenn wir unseren Leserinnen und Lesern Werbung präsentieren, die Bezug auf ihre Lesegewohnheiten und Interessen nimmt. So steigern wir die Effizienz der Kampagne – und wir verringern zudem die negative Wahrnehmung von Werbung. Und das ist der große Vorteil der digitalen Welt.

Mehr Infos über die Arbeit bei MADSACK gibt´s auf madsack.blog. Werde Teil des Daten-Teams beim RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). In unserem Karriere-Bereich erfährst Du mehr dazu.

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