Thomas Düffert: 7 Botschaften zur Zukunft des Journalismus

6. Juni 2019

Auf der neuen Konferenz BeBETA des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) ging es um die Veränderungen der Medienbranche im digitalen Zeitalter.

In Berlin sprach Thomas Düffert, der Vorsitzende der MADSACK-Konzerngeschäftsführung und BDZV-Vizepräsident, über die Chancen für den Journalismus in Zeiten der digitalen Transformation. Sein Fazit: Auch wenn Geschäftsmodelle, Prozesse und Märkte sich verändern, bleibt der Wert von Lokaljournalismus unfassbar groß.

Doch wenn es um die Finanzierung von Journalismus geht, nähert sich das klassische Printgeschäft dem Ende. Das bedeutet nicht, dass es keine gedruckten Zeitungen mehr geben wird. Aber die Werbe- und Vertriebserlöse werden bald nicht mehr ausreichen, um gut recherchierte Inhalte zu finanzieren.

Deshalb muss Journalismus im digitalen Zeitalter Neues ausprobieren. Wie das gelingen kann, hat Thomas Düffert in folgenden Thesen formuliert.

BeBETA-Kongress: 7 Botschaften zur Zukunft des Journalismus

Wände einreißen!

Die Wände zwischen Redaktion und Verlag müssen eingerissen werden. Auf diesem Weg profitieren beide Seiten vom Knowhow des jeweils anderen. Die redaktionelle Unabhängigkeit bleibt aber unangetastet.

Daten nutzen!

Wir haben noch nie so viel über unsere Leserinnen und Leser gewusst. Ein Journalist darf ruhig erfahren, wie sein Artikel angekommen ist und ob dieser Leserinnen und Leser motiviert hat, ein Digital-Abonnement abzuschließen.

Lust machen!

Die Entwicklungen, die mit dem digitalen Wandel einhergehen, sind rasant. Für den Journalismus und für Redaktionen ergeben sich daher vielfältige Chancen Neues zu auszuprobieren und die Veränderung aktiv zu gestalten.

Journalismus statt Clickbaiting!

Die Zukunft des Journalismus liegt in der Qualität und nicht in schnellen Klicks. Langfristig honorieren Leserinnen und Leser informative und einordnende Beiträge zu Entwicklungen vor Ort und zum Weltgeschehen.

Auf Digitalabos setzen!

Menschen zahlen nur für eben jene Qualitätsinhalte, die es wert sind, gekauft zu werden. Digitalabos müssen das Ziel sein, um unabhängigen Journalismus zu sichern. Werbung allein wird nicht zur Finanzierung des Journalismus ausreichen.

Unterhaken!

Die digitale Transformation verlangt der Medienbranche große Anstrengungen ab. Um den Wandel erfolgreich zu bestreiten, braucht es daher eine neue Form der Zusammenarbeit aller Beteiligten. Nur so entstehen neue Abläufe und Technologien, neue Arbeits- und Denkweisen.

Politik muss Rahmenbedingungen neu festlegen!

Mehr als 300 regionale und lokale Zeitungen leisten täglich hervorragende Arbeit. Die Politik ist daher in der Pflicht, die Rahmenbedingungen gemeinsam mit den Verlagen so neu festzulegen, dass erfolgreiche Geschäftsmodelle für unabhängigen Journalismus entwickelt werden können. Denn Plattformen wie Google und Facebook, die den weltweiten Markt der Online-Werbung dominieren, interessieren sich nicht für Inhalte oder unabhängigen Journalismus.

Das waren die 7 Botschaften zur Zukunft des Journalismus von der BeBETA-Konferenz. Wie die MADSACK Mediengruppe den digitalen Wandel gestaltet, erfahren Sie auf www.madsack.blog. Folgen Sie uns unter @madsack auch auf Twitter: .

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