Feierabend in Paris: Auf einen Apéro wie Gott in Frankreich

RND-Frankreich-Korrespondentin Birgit Holzer über die Feierabendkultur in Paris

Was machen unsere Kollegen im Ausland nach der Arbeit? Birgit Holzer ist Frankreich-Korrespondentin beim RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Sie berichtet über ihren Feierabend in Paris.

Genießen „à la française“

Nach einem Arbeitstag ein Feierabendbierchen genießen? Da sollte in Paris niemand an Berührungsängsten leiden: Die Stadt ist für ihre vielen Cafés berühmt, aber auch für die vielen Menschen, die solche gerne aufsuchen. Da heißt es, eng aneinandergedrängt auf kleinen Stühlen um kleine Tische sitzen und seinem Nachbarn ein fröhliches „Salut!“ zuprosten.

 

Dem Genussfaktor tut die Enge beim Feierabend in Paris aber keinen Abbruch: Auf einer Café-Terrasse lässt sich wunderbar der Aperitif, genannt „Apéro“, einnehmen. Ein Gläschen Kir, Weißwein oder auch ein Bier, dazu ein paar Oliven oder Erdnüsse – so klingt ein Arbeitstag „à la française“, auf die französische Art, aus.

Feierabend in Paris: „Métro, boulot, dodo“

Doch die gut gefüllten Lokale in Paris dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Feierabendkultur hier weniger ausgeprägt ist als anderswo. Die Franzosen lieben ihren Apéro als Einstimmung auf das Abendessen, nehmen ihn aber oft zu Hause ein.

„Métro, boulot, dodo“, also „Metro, Arbeit, Heia“, bestimmen das Leben vieler Pariser, die verhältnismäßig spät anfangen zu arbeiten, dafür aber auch spät aufhören und dann oft noch Stunden im Verkehr verbringen müssen. Leben wie Gott in Frankreich? Ohne das schöne Klischee zerstören zu wollen: Im Alltag ist das nicht immer der Fall.

Weitere Kolumnen zu Feierabendkulturen gibt’s in der Kolumne Feierabend.